Christliche Liederdatenbank    

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

1) Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!
Hin geht die Zeit, her kommt der Tod;
ach wie geschwinde und behände
kann kommen meine Todesnot.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

2) Es kann vor Nacht leicht anders werden,
als es am frühen Morgen war;
solang ich leb auf dieser Erden,
leb ich in steter Todsgefahr.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

3) Herr, lehr mich stets mein End bedenken
und, wenn ich einstens sterben muss,
die Seel in Jesu Wunden senken
und ja nicht sparen meine Buß.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

4) Lass mich beizeit' mein Haus bestellen,
dass ich bereit sei für und für
und sage frisch in allen Fällen:
Herr, wie du willst, so schick's mit mir!
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

5) Ich habe Jesus angezogen
schon längst in meiner heilgen Tauf;
du bist mir auch daher gewogen,
hast mich zum Kind genommen auf.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

6) Ich habe Jesu Leib gegessen,
ich hab sein Blut getrunken hier;
nun kannst du meiner nicht vergessen,
ich bleib in ihm und er in mir.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

7) So komm mein End heut oder morgen,
ich weiß, dass mir's mit Jesus glückt;
ich bin und bleib in deinen Sorgen,
mit Jesu Blut schön ausgeschmückt.
Mein Gott, mein Gott,
ich bitt durch Christi Blut:
Mach's nur mit meinem Ende gut.

8) Ich leb indes in dir vergnüget
und sterb ohn alle Kümmernis.
Mir g'nüget, wie mein Gott es füget;
ich glaub und bin es ganz gewiss:
Mein Gott, mein Gott,
aus Gnad durch Christi Blut
machst du's mit meinem Ende gut.

"Wer weiß, wie nahe mir mein Ende?" ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1726 in Leipzig für den 16. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 6. Oktober 1726 erstmals auf. 

Mit dem Wissen um den eigenen Tod leben, mit dem Bewusstsein, dass es schon heute oder morgen so weit sein kann, das ist „ars moriendi“, Sterbekunst und zugleich die eigentliche Kunst guten Lebens. Die vom frühen Pietismus geprägte Lieddichterin legt das Gewicht auf ein mit Gott versöhntes Sterben. Dieses gute Ende ist die Voraussetzung auch für ein gelingendes Leben. Die Melodie stammt von dem bekannten Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (RG-Nr. 681) (Andreas Marti)

Den Liedtext und Noten findet man in folgenden Liederbüchern:

  Cover Nummer Noten
Denn du bist bei mir 137 Bestellen
Der Nacht entrissen 64 Bestellen
Evangelisch-reformiertes Gesangbuch (RG) 754 Bestellen
Evangelisches Gesangbuch 530 Bestellen
Gemeindelieder 442 Bestellen
Gesänge zur Bestattung 38 Bestellen
Gesänge zur Bestattung 39 Bestellen
Jesus unsere Freude 703 Bestellen
Lieder zur Bestattung 530 Bestellen
Liederbuch Band 2 1162 Bestellen
Meine Zeit in Gottes Hand 530 Bestellen
Singt dem Herrn 749 Bestellen
Singt zu Gottes Ehre 342 Bestellen